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22.08.2018

Tipps von PD Dr. Peter Steinbigler: G'sund sei' und g'sund bleim!

Misserfolg - Können die Gene schuld sein?

Gerade erst ist das Schuljahr zu Ende gegangen und mit den Zeugnissen wurden die Noten verteilt. Manch fleißiger Schüler fragt sich, wie es trotz stundenlangem Sitzen vor den Büchern immer wieder dazu kommt, dass die Noten schlecht sind.
Die Wissenschaft hat jetzt Erklärungsmöglichkeiten herausgefunden! 1291 Gene beeinflussen den Erfolg in Schule und Ausbildung, schreibt das Deutsche Ärzteblatt. So ergeben sich offensichtlich hervorragende Ausredemöglichkeiten für schlechte Noten und optimale Begründungen für gute. Schlechte Schüler können Eltern, ja sogar Oma und Opa mit in die Verantwortung ziehen un die Verwandtschaft kann ihren Anteil am Einser-Abitur des Abkömmlings mitfeiern.
Doch so einfach ist es nicht: Forscher diskutieren seit Jahren, ob die schulischen Erfolge eines Menschen mehr durch die Gene oder durch Faktoren, wie Bildung, sozialer Status oder andere Faktoren, wie Zielstrebigkeit und Ausdauer bedingt sind. Untersuchungen über die Beziehung zwischen Genen und Umwelt haben ergeben, dass Kinder und Jugendliche durchaus genetisch beeinflusst werden, aber fast alle genetisch vorbestimmten menschlichen Eigenschaften auch durch die Umwelt modifiziert werden. Keiner der beiden Faktoren, Umwelt und Gene, wird durch den anderen ausgeschlossen. Zwillingsstudien haben zwar gezeigt, dass ein teil des Erfolgs familiär bedingt ist, aber Erfolg muss nicht automatisch genetische Ursachen haben.
Viel mehr beeinflussen Erziehung, die Lernkultur und der Ehrgeiz in einer Familie, einem Team oder einer Gruppe von Menschen mit gemeinsamen Interessen den Ausbildungs- oder überhaupt den Erfolg. Gene können die Zahl der Nervenzellen im Gehirn und ihre Verknüpfungen, die Freisetzung von Botenstoffen oder auch die Leitungsgeschwindigkeiten in den Nervenfasern bestimmen. So können Gene vielleicht erklären, warum sich einige Menschen in der Schule mehr bemühen müssen, anderen dagegen die guten Noten nur so zufliegen.
Übrigens ist die Gehirngröße, die zwar genetisch vorgegeben ist, auch nicht gut mit Erfolg und Intelligenz korreliert. So haben Menschen mit 1,3 bis 1,5 Kilogramm deutlich kleinere und leichtere Gehirne als Pottwale (8,5 Kilogramm) und Elefanten (5 Kilogramm), doch bezogen auf die Körpermasse liegen Menschen weit vorne im Tierreich, weil das Denkorgan rund zwei Prozent ihres Gewichts ausmacht. Im Verhältnis zur Körpergröße haben aber Spitzmäuse mit etwa vier Prozent den größten Gehirnanteil. Doch sind sie nicht für besondere Intelligenz bekannt.
Leider ist es also doch so, dass ein großes Hirn und über tausend tolle Gene nicht erfolgreich sein können, wenn man sie nicht trainiert. Und für Training, Übung und Lernen braucht es Motivation. Wenn einen also Mathematik, Latein oder das vorgegebene Ziel nicht interessiert, bleiben wegen fehlender Motivation die Noten schlecht oder der Erfolg aus. Da können die Gene der ganzen Verwandtschaft noch so gut sein.

In diesem Sinne - bleiben Sie motiviert!

PD Dr. Peter Steinbigler
Chefarzt Innere Medizin
Kreisklinik Mindelheim