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02.08.2016

Tipps von PD Dr. Peter Steinbigler: G'sund sei' und g'sund bleim!

Verkalkung im Kopf - Wen trifft das?

Wer hat nicht schon die Frage zu hören bekommen, ob man denn verkalkt sei, wenn man irgendetwas völlig vergessen hat? Stimmt das? Wer verkalkt und was verkalkt denn nun wirklich?
Jeder kennt lästige Verkalkungen in der Dusche und im Bad. Sie entstehen durch Ausfällungen aus hartem Wasser. Ganz allgemein bedeutet dieser Vorgang die ungewünschte Bildung von Calciumcarbonat, dem sogenannten Kalk. Der Ausdruck Verkalkung wird aber häufig auch für Ablagerungen vielfältiger Art verwendet. So zum Beispiel im Haushalt für Ablagerungen in Töpfen, Maschinen und Rohrleitungen.
Doch Kalk gibt es nicht nur im Haushalt, sondern in der Tat auch im menschlichen Körper. In allen Knochen des Körpers gibt es eingelagerte Kalksalze, die regelhaft auch dort sein müssen, um dem Knochen Festigkeit zu geben. Sie absorbieren Röntgenstrahlen, weshalb man Knochen und vor allem
Knochenbrüche gut im Röntgenbild feststellen kann.
In die Weichteile des menschlichen Körpers gehört Kalk aber normalerweise nicht hin. Im Rahmen von
Entzündungen, wenn das Gewebe dabei immer wieder sauer wird, kann es dennoch zu kalkhaltigen Ablagerungen in Weichteilen, Sehnen und Sehnenansätzen kommen, die oft schreckliche Schmerzen bereiten, wie zum Beispiel die „Kalkschulter“. Lebensgefährlich können Kalkablagerungen in den Schlagadern werden. Bei Menschen mit hohem Cholesterin, Diabetes, Bluthochdruck und vor allem
bei Rauchern bilden sich im Laufe des Lebens in hohem Maße zunächst weiche Ablagerungen, die vor allem Fette enthalten.
Das sind die sogenannten Plaques. Sie können bei besonderer Aufregung, körperlicher Anstrengung oder während Infektionserkrankungen nach und nach ein bisschen einreißen und schrittweise verkalken. Dieser Prozess nennt sich Arteriosklerose und führt, vor allem beim schlagartigen Einreißen der Ablagerung, zu Herzinfarkten, plötzlichem Herztod oder, im Falle der Verkalkungen an den Halsschlagadern zum Schlaganfall. Wenn jemand dem umgangssprachlichen Sinne nach verkalkt, dann
lagert sich im wahrsten Sinne des Wortes Kalk in den arteriellen Gefäßen seines Gehirns ab und es kann nach einer gewissen Zeit zu einer Beeinträchtigung der Funktionsweise des Gehirns kommen. Das macht sich dann vor allem in Vergesslichkeit oder bei fortschreitender Verschlechterung des Denkvermögens auch als Demenz bemerkbar. Einen regelhaften Zusammenhang von Verkalkungen mit eingeschränkter Intelligenz gibt es jedoch nicht.
Eine geringe Verkalkung der Schlagadern ist ab einem gewissen Lebensalter fast bei allen Menschen zu
finden. Am besten kann man der Verkalkung durch eine gesunde Lebensweise sowie durch körperliches
und mentales Training vorbeugen. Und falls man bei hochbetagten Menschen mal eine Spur Kalk in der Halsschlagader findet, kann man es meines Erachtens auch mal gelassen nehmen, getreu dem Motto von Karl Valentin: „Gar nicht krank, ist auch nicht gesund“.
In diesem Sinne – bleiben Sie gesund!

PD Dr. Steinbigler
Chefarzt Innere Medizin
Kreiskliniken Unterallgäu