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10.10.2018

Schüler retten Leben

Projekttag zur "Woche der Wiederbelebung"

Mindelheim „Prüfen – Rufen – Drücken“ – wiederholen die Schülerinnen im Chor. Bereits zum vierten Mal werden die Schülerinnen der Maria-Ward-Realschule von Mitarbeitern der Kreisklinik Mindelheim und des Bayerischen Roten Kreuzes in den Basismaßnahmen zur Herz-Lungenwiederbelebung unterrichtet.

Die Schülerinnen der 6., 7.  und 8. Klasse lernen hierbei wie sie einem Menschen mit Herzstillstand das Leben retten können. Denn in Deutschland ist die Bereitschaft zur Laienreanimation immer noch unbefriedigend, obwohl sich die Zahl der Überlebenden nach einem Herz-Kreislaufstillstand durch Laienreanimation verdoppeln bis verdreifachen ließe. Der Berufsverband Deutscher Anästhesisten und die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin empfehlen daher an weiterführenden Schulen die Integration von Unterrichtseinheiten zum Thema „Reanimation“ in den Lehrplan. Studien belegen, dass in den Ländern Europas mit hoher Laien-Reanimationsquote das Vermitteln der einfachen Maßnahmen der Basis-Wiederbelebung bereits früh im schulischen Lehrplan stattfindet.

Einige Schülerinnen der Maria-Ward-Realschule durchlaufen den Reanimationsunterricht schon zum zweiten bzw. dritten Mal. „Die Wiederholung und das regelmäßige Üben sind sehr wichtig“, weiß Jürgen Auerhammer, Ärztlicher Leiter des Notfallzentrums an der Kreisklinik Mindelheim und Leiter des Projektes „Schüler retten Leben“ in Mindelheim. In der 6. Klasse lernen die Schülerinnen die Herzdruckmassage, in der 7. und 8. Klasse kommt noch die Anwendung eines automatischen externen Defibrillators (AED) zum Unterrichtsinhalt dazu.

Das Pilotprojekt an der Maria-Ward-Realschule in Mindelheim findet sowohl bei den Lehrern als auch den Schülerinnen großen Anklang. Die Mädchen nehmen mit großem Interesse und Freude am Unterricht teil. Die einfachen Schritte der Laienreanimation haben sie daher schnell gelernt:

  • Prüfen: Findet man eine leblose und reaktionslose Person überprüft man das Bewusstsein und die Atmung der Person, idealerweise mit einem kräftigen Reiz, wie dem Überstrecken des Kopfes („Esmarch“- Handgriff).
  • Rufen: Über die 112 professionelle Hilfe rufen.
  • Drücken: Start der Wiederbelebung mit Herzdruckmassage.

Beim Üben an den Reanimationspuppen leiten die Schülerinnen des Schulsanitätsdienstes die jüngeren Schülerinnen an. Denn seit Beginn des Pilotprojektes vor 2 Jahren hat die Maria-Ward-Schule einen eigenen Schulsanitätsdienst etabliert. 13 Schülerinnen wurden in 1. Hilfe ausgebildet und zeigen ihren Schulkameradinnen an den Reanimationspuppen wie hoch das Tempo bei der Wiederbelebung sein muss. Denn der Brustkorb sollte ungefähr 100mal pro Minute eingedrückt werden. Mithilfe von Songs wie „Wake me up“ von Avicii wird das richtige Tempo eingeübt. „Das ist ganz schön anstrengend“, erzählen die Schülerinnen.

Um das Bewusstsein und die Bereitschaft zur Laienreanimation weiter in der Bevölkerung zu steigern und für das Thema zu sensibilisieren, werden die Notärzte der Kreisklinik Mindelheim und das BRK Unterallgäu weiter „Schüler schulen um Leben zu retten.“