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10.02.2014

Hilfe zur Selbsthilfe

Im Rahmen der Vortragsreihe „Neue Gesundheitspfade in Ihrer Nähe“ am Informationszentrum für Naturheilkunde an der Kreisklinik Ottobeuren sprach Frau Dr. Tanja Sigl-Erkel über praktisch umsetzbare Maßnahmen bei akuten und chronischen Schmerzen.

Ottobeuren In einem praktischen Seminar stellte Frau Dr. Sigl-Erkel, Fachärztin für Physikalische und Rehabilitative Medizin, Akupunktur und Naturheilverfahren, naturheilkundlich physikalisch-medizinische Methoden zur Selbsthilfe bei akuten und chronische Schmerzen vor.

„In der Schmerztherapie spricht man von aktiven und passiven Therapiemaßnahmen“, erklärte Dr. Sigl-Erkel einleitend. Gegen Beschwerden an Rücken, Muskeln und Gelenken kann man aktiv werden.

Wichtigste Maßnahme sei den Körper in Bewegung zu bringen. Möglichst fünf Mal pro Woche, jeweils 30 Minuten, empfiehlt das National Institute of Health. Die Aktivität sollte jedoch so kontrolliert sein, dass man sich nebenbei noch unterhalten kann und keinen Muskelkater bekommt. Geeignete Sportarten sind Wandern und flottes Gehen, Tanzen, Schwimmen, Radfahren, Tischtennis, Langlauf oder Reiten (nur wer sicher zu Pferd ist). Weniger geeignete Sportarten sind Kontakt- und Kampfsportarten, da hier die Gefahr des Sturzes und der Verletzungen erhöht ist. Auch alle Sportarten, die schnelle Bewegungen mit Stoß- und Bremsaktivitäten enthalten, sind wenig geeignet. Stretchingübungen oder Entspannungstechniken wie Yoga oder Pilates sind ebenfalls Maßnahmen, die gegen Schmerzen helfen können. Wichtig wäre aber vor allem, dass man eine Sportart auswähle, die einem Spass mache.

Schmerzpatienten sollten auf keinen Fall aus Angst vor Schmerzen immer mehr Bewegungen einschränken, betonte die Medizinerin. Langzeitstudien zeigten, dass sich die Schmerzen bei Ruhe schlechter entwickelten als wenn sich der Patient bewege.

Neben den aktiven Therapieformen kommen in der Schmerztherapie auch passive Therapieformen zum Einsatz. Diese seien oft als Reaktion auf ein akutes Schmerzgeschehen sinnvoll. Zum Beispiel wirke Kälte direkt schmerzstillend. Mit einem Eiswickel oder einer Eisabreibung könne man in aller Regel nichts falsch machen, erklärte Dr. Sigl-Erkel. Eine Wärmetherapie wirke, da durchblutungsanregend, nicht immer schmerzlindernd. Feuchte Wärme, wie z.B. durch den Heusack, hätte aber bei vielen Patienten eine positive Wirkung. Der Heusack könne häufiger benutzt werden und passe sich durch seine flexible Form gut an die Körperkonturen an.

Muskelverspannungen lassen sich gut durch die sogenannte Schröpfmassage behandeln. Durch die Erzeugung eines Vakuums wirkt diese Art der Massage bis tief in die Muskulatur hinein, erklärte die Medizinerin.

Auch die Elektrotherapie hat oft positiven Einfluss auf das Schmerzgeschehen. Ein sogenanntes TENS-Gerät überlagert durch seine elektrischen Impulse die Schmerzleitung vom Gehirn. In der Folge können sich die verspannten Muskeln entspannen.

Neben weiteren klassischen Naturheilverfahren wie der Hydrotherapie oder der Akupunktur, führte Frau Dr. Sigl-Erkel ihre Zuhörer in die Akupressur ein. Durch diese könne man in Selbstbehandlung bestimmte Akupunkturpunkte beruhigen oder anregen. Besonders geeignet sei dafür der sogenannte Dickdarm 4. Dies ist der höchste Punkt des Muskelwulstes zwischen Daumen und Zeigefinger. Massiere man diesen Punkt links herum, wirke dies beruhigend, rechts herum wirke anregend, demonstrierte die Medizinerin.  

Abschließend stellte Frau Dr. Sigl-Erkel das Kinesio-Tape vor, das ebenfalls gut bei Verspannungen und Gelenkschmerzen wirke. Allerdings sei dies keine Kassenleistung.

„Werden Sie aktiv. Beschwerden an Rücken, Muskeln und Gelenken sind keine schicksalshaften Gegebenheiten“, machte die Medizinerin zum Abschluss Mut.