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24.11.2017

Gelenk- und Rückenschmerzen sind keine schicksalhaften Gegebenheiten

Rückenschmerzen

Schmerzen am Rücken oder in den Gelenken müssen nicht sein

Fachärztin gibt Tipps für ein Gelenk- und rückenfreundliches Leben

Mindelheim 80 % der Erwachsenen kennen Rückenschmerzen – und 18 % der Frühberentungen erfolgen aufgrund chronischer Rückenbeschwerden. Die entstehenden Kosten für die Behandlung und Therapie von Rückenschmerzen sowie deren Folgen, sind immens. Aber nicht nur Rückenschmerzen machen vielen Menschen das Leben schwer, auch Gelenk- und Muskelschmerzen können in vielen Fällen zu einer Einschränkung der Bewegung und der Lebensqualität führen.

Frau Dr. Tanja Sigl-Erkel, niedergelassene Fachärztin für Physikalische und Rehabilitative Medizin in eigener Praxis an der Kreisklinik Ottobeuren, gibt wertvolle Tipps für den Alltag um mögliche Beschwerden zu lindern und vorzubeugen.

Die häufigste, die Gelenke betreffende Erkrankung, ist die Arthrose. Diese Verschleißerkrankung der Gelenkflächen betrifft jeden zweiten über 60-jährigen und führt in 80 % der Fälle zu Bewegungseinschränkungen.

Die zweite Hauptursachenquelle für Probleme am Bewegungsapparat ist die Wirbelsäule. Die Wirbelsäule hat vielfältige und wichtige Aufgaben: sie stabilisiert die aufrechte Haltung und sorgt außerdem für die Bewegungen. Damit wird sie maximal beansprucht. Übersteigt die Beanspruchung der Wirbelsäule ihre Kapazität, können Rückenschmerzen die Folge sein. Dabei liegen die Hauptrisikofaktoren für eine Überbeanspruchung nicht nur bei physikalischen Faktoren, wie dem Körpergewicht oder einer ungeeigneten Körperhaltung - auch psychische Belastungen wie Stress, Unzufriedenheit am Arbeitsplatz, Angst oder Depression wirken sich auf das Schmerzerleben aus.

Gelenk- und Rückenschmerzen lassen sich am besten vorbeugen, indem man gelenk- und rückenfreundlich lebt, auf ein gutes Gleichgewicht sowie eine gute Koordination achtet und den Erhalt und die Verbesserung von muskulärer Kraft, Funktion und Ausdauer fördert.

Als präventive Maßnahme ist die Rückenschule zu empfehlen. In dieser lernt man eine ganzheitliche Verhaltensänderung im häuslichen Alltag, im Beruf und in der Freizeit.

Auch Sport ist ein wichtiger Faktor in der Vorbeugung und  Behandlung von Gelenk- und Rückenschmerzen. Es empfiehlt sich, möglichst täglich in einer moderaten Intensität 30 Minuten lang zu trainieren. Dabei sollte die sportliche Bewegung vor allem Spaß machen.

Das Ziel von rehabilitativen Maßnahmen ist die Verbesserung der Lebensqualität. Hierbei müssen jedoch auch die Seele und die Psyche ihren Platz in einer ganzheitlichen Therapie finden.

Beschwerden an Rücken, Muskeln und Gelenken sind keine schicksalhaften Gegebenheiten. Allerdings ist in der Behandlung und Vorbeugung Eigeninitiative gefragt: Die Grundregeln der Rückenschule, der Ergonomie und des Gelenkschutzes, regelmäßige körperliche Aktivität und ein inneres Gleichgewicht helfen Rücken- und Gelenkschmerzen vorzubeugen.

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