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09.01.2018

Die Herzschwäche ist eine immer häufigere Diagnose!

Tipps von PD Dr. Peter Steinbigler: G'sund sei' und g'sund bleim!

Wenn sich ein guter Sportler beklagt, er könne immer weniger leisten und müsse immer mehr schnaufen, dann vermutet der Laie vielfach eher Trainingsmangel als Ursache als etwas Schlimmes, wie zum Beispiel eine Herzschwäche. Doch die Herzschwäche ist tückisch und gefährlich.
Sie wird medizinisch als Herzinsuffizienz bezeichnet und ist in den Industrieländern eine der heftigsten neuen Herausforderungen. Wegen der steigenden Lebenserwartung tritt sie immer häufiger auf, doch befällt sie nicht nur alte Menschen.
Betroffen von Symptomen der Herzschwäche sind ein halbes bis zwei Prozent der europäischen Bevölkerung, das heißt, in der Europäischen Union leiden an einer Herzinsuffizienz bis zu rund zehn Millionen Menschen. Die Prognose ist wirklich ernst zu nehmen, denn fünfzig Prozent der Patienten mit der Diagnose einer Herzinsuffizienz sterben innerhalb von vier Jahren. Und über fünfzig Prozent der Patienten mit „schwerer“ Herzinsuffizienz sterben sogar innerhalb eines Jahres. Was keiner so richtig glauben mag, aber die Sterberate der Patienten mit Herzinsuffizienz innerhalb von fünf Jahren ist höher als die der meisten Krebsarten. Nur der Lungenkrebs hat eine noch kürzere Lebenserwartung als Menschen mit schwerer Herzinsuffizienz.
Die Herzleistungsschwäche ist meist Folge von gut vorbeugbaren Herzerkrankungen. Bei jungen Menschen ist das die Herzmuskelentzündung und viel häufiger bei älteren Menschen die Herzkranzgefäßerkrankung, vor allem der Herzinfarkt. Wird der Herzinfarkt überlebt, ist das Risiko hoch, an einer Herzinsuffizienz als eine Folge zu erkranken: Mehr als zwanzig Prozent der Männer und fast fünfzig Prozent der Frauen, die einen Herzinfarkt hatten, entwickeln innerhalb von sechs Jahren eine Herzinsuffizienz.
Die häufigste Ursache der Herzschwäche nach der Arteriosklerose der Herzkranzarterien ist der Bluthochdruck. Zu den wichtigsten weiteren Erkrankungen, die eine Herzschwäche zur Folge haben können, sind zu hohe Cholesterinwerte, Diabetes, Übergewicht und Rauchen.
Eine Herzinsuffizienz führt zu Symptomen, wenn das Herz nicht mehr genügend Blut durch das Körpergewebe pumpen kann. Das passiert vor allem, wenn sich die linke Herzkammer nicht mehr richtig zum Herzschlag zusammenziehen, kontrahieren kann. Lange Leidenszeiten mit Kurzatmigkeit, Müdigkeit und fehlender Leistungsfähigkeit treten auf. Typisch sind Schwellungen, sogenannte Ödeme an den Füßen und Knöcheln. Die akute Herzschwäche ist die gefährlichste Form. Wenn eine plötzliche Beeinträchtigung des Herzmuskels die Pumpaktivität des Herzens deutlich herabsetzt, muss an einen Herzinfarkt gedacht werden und sofort die Rettungskräfte über die Notfalltelefonnummer 112 verständigt werden.
Weil die Erkrankung so heftig sein kann und der Laie vielfach so wenig darüber weiß, sollte in den „guten Vorsätzen 2018“ die gelegentliche Beschäftigung mit dem Herzen enthalten sein. Übrigens ist Wissen über Gesundheit ein nachgewiesenermaßen guter Lebensretter.

In diesem Sinne - Bleiben Sie gesund!

PD Dr. Steinbigler
Chefarzt Innere Medizin
Kreisklinik Mindelheim